Tschüss Singapur!

12. Juli 2010

Auf halbem weg nach Hause sitze ich für drei Stunden in Dubai fest und hab nichts besseres zu tun als einen letzten Blogartikel zu schreiben. Warum auch nicht?

National Day Parade

Die Armee hat am Samstag Nachmittag für die Nationalfeiertagsparade geübt, inklusive Panzer und Fallschirmtruppen mitten in der Stadt.

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Singapore Sling

Den letzten Punkt auf meiner Checkliste haben wir am Samstagabend noch abgehakt: Einen Singapore Sling trinken in der Long Bar des legendären Raffles Hotel.

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Dort ist der Drink erfunden worden, und die Bar hat einiges an Geschichte und Kuriositäten vorzuweisen: So wurde hier angeblich vor vielen Jahren der letzte Tiger in Singapur gesichtet (und konsequenterweise abgeschossen).

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Auch ist die Bar einer der wenigen öffentlichen Orte in Singapur, wo man einfach mal hemmungslos seinen Müll auf den Boden werfen kann, ohne dass man gleich mit dem Zuckerrohrstock verprügelt wird. Das, in Kombination mit den vielen gratis Erdnüssli, hat gewisse Leute regelrecht in Ekstase versetzt…

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… und in der ganzen Bar ein paar Spuren hinterlassen.

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Danach ein letztes Gruppenfoto der ganzen Gefolgschaft:

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Und damit beende ich diesen Blog fürs erste.

Tschüss Singapur!

Singapore – Food shiok lah, Fun places to see lah, Everything see must buy lah

11. Juli 2010

Inspiriert von Marco’s Blog, aber leider nicht ganz so ausgereift…

Daran merkst du dass du lange genug in Singapur warst, und es langsam Zeit wird, Leine zu ziehen:

  1. Du weisst unterbewusst was "Berhati-hati di ruang platform" heisst, obwohl du kein Wort Malay sprichst
  2. Du regst dich über die verdammten Ang Mo’s auf, am besten lautstark und auf Hokkien
  3. Du winkst auch deinen besten Freunden nur noch verklemmt zu als Begrüssung oder Verabschiedung
  4. Händeschütteln und Umarmungen sind fürs sexuelle Vorspiel reserviert
  5. Du regst dich darüber auf dass die Leute an deiner Bushaltestelle keine perfekte Schlange bilden
  6. Du regst dich *nicht* darüber auf wenn die perfekte Schlange 200 Meter lang ist und stellst dich hinten an
  7. Du wirst morgens ohne Milo nicht mehr wach
  8. Du bereicherst dein Englisch mit Worten wie lah, leh, lor, liao
  9. Du hast die worte yes und no durch can/cannot/have/havenot ersetzt
  10. Wenn dich einer deiner Freunde fragt ob du heute Abend eins trinken gehen möchtest fragst du ihn verwundert nach dem Grund.
  11. Du hast keine Mühe mit Kakerlaken und Ratten, aber vor Katzen und Hunden graut es dir
  12. Du verzichtest im McDonalds auf den Strohhalm für dein Takeaway Meal um nicht unnötig Plastikmüll zu erzeugen
  13. Du nimmst die Treppe um von deiner klimatisierten Wohnung zum klimatisierten Busterminal zu gelangen, um Strom zu sparen (Lift)
  14. Du verbringst deine Freizeit und Wochenenden bevorzugt mit Shopping und Putzen
  15. Du bist stolz auf den Weg den du ausgetüftelt hast, um von deiner Wohnung bis zu deinem Arbeitsplatz inklusive Verpflegung und Einkaufsmöglichkeit zu gelangen, ohne länger als 10 Sekunden am Stück in einem nicht klimatisierten Raum zu sein.
  16. Du wartest in der Beiz darauf, dass jemand kommt und dir Bier nachschenkt

Dies und das

10. Juli 2010

Langsam läuft mir hier die Zeit davon. Mein letzter Tag, und noch so viele Souvenirs zum posten ;-)

Ganz geschweige von meinem Blog. Es gibt noch verschiedenste Dinge über die ich schreiben wollte. Dieser Artikel wird deshalb ein kleines Sammelsurium von allem was ich noch mitzuteilen habe.

Singlisch

Die lokale Version von Englisch, ein witziger (und schwer verständlicher) mix aus britischem und amerikanischem Englisch, Malaiisch und chinesischem Hokkien Dialekt. Die Aussprache und Betonung ist schwer beeinflusst von der chinesischen, malaiischen, und sogar von der portugiesischen Sprache.

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Zwar versucht die Regierung den Gebrauch von Singlisch zu unterdrücken, jedoch ohne Erfolg. Trotzdem können alle halbwegs gebildeten Singapurer ihr Singlisch ein wenig reduzieren wenn sie mit einem Fremden (oder in offiziellem Umfeld) sprechen.

Auch nach 6 Monaten verstehe nicht mehr viel wenn jemand richtig loslegt. Vor allem wenn man einer Gruppe von Singapurern zuhört, kann es passieren dass alle auf einmal auf chinesisch weiterplappern, und man erst nach ein paar Sekunden realisiert dass man gar nichts mehr versteht, da sich die Betonung kaum unterscheidet und in rasendem Tempo gesprochen wird. Trotzdem oder grade deshalb finde ich Singlisch einfach faszinierend. Eines der wenigen Dinge in Singapur, die diesem Staat eine eigene Identität und Charakter verleihen.

Ein paar Müsterli gefällig?

  • Dis country weather very hot one. – In this country, the weather is very warm.
  • Dat person there cannot trust. – That person over there is not trustworthy.
  • Tomorrow dun need bring camera. – You don’t need to bring a camera tomorrow.
  • He play soccer oso very good one leh. – He’s very good at playing soccer too.
  • No good lah. – This isn’t good.
  • Cannot anihow go liddat one leh. – You/it can’t go just like that.
  • How come never show up? – Why didn’t you/he/it show up?
  • I li badminton, dat’s why I every weekend go play. – I like badminton, so I play it every weekend.
  • He sick, so he stay home sleep lor. – He’s not feeling well, so he decided to stay home and sleep!

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Army

Die Armee in Singapur hat einen Status den man vielleicht mit dem der Schweizer Armee in den fünfziger Jahren vergleichen kann. Jeder Jüngling verschwindet mit 18 für zwei Jahre (!) in den grünen Ferien. Die einzige Möglichkeit, wegzukommen sei, sich selbst ein Bein zu brechen, hat mir einer dieser ex-Soldaten berichtet. Das ist aber auch gar kein Thema, denn niemand scheint sich daran zu stören, zwei Jahre seines Lebens für Kriegsspiele zu opfern. Die Luftwaffe ist mit grossem Abstand die schlagkräftigste in ganz Südostasien (und das im kleinsten Land der Region), und überall wird kräftig die Werbetrommel gerührt für vielversprechende Kriegerkarrierren. Bizarr.

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Eine Erklärung dafür könnte allerdings sein, dass das Singapurische Volk im zweiten Weltkrieg sehr schlecht weggekommen ist, als es von den Japanern überrannt und drei Jahre brutal unterdrückt wurde.

Robocup

Eine attraktive und hochinteressante Alternative zum FIFA-Kommerz-Cup fand vor zwei Wochen in Singapur statt: Der Robocup. Die jährlichen Weltmeisterschaften im Roboter-Fussball haben sich zu einem starken Technologietreiber und zur wichtigsten Robotikveranstaltung der Welt entwickelt.

Und man hat sich hohe Ziele gesteckt: Es ist das Ziel der Initiatoren des RoboCup bis zum Jahr 2050 den amtierenden Fussball-Weltmeister zu besiegen. Diese Zeitspanne entspricht in etwa der zwischen der Aufgabenstellung des Computerschach und dem Sieg von Deep Blue gegen Garri Kasparow.

Zwar ist das Ziel ganz offensichtlich noch in weiter Ferne, aber die Fortschritte sind auch nicht zu übersehen.

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Besonders die humanoiden NAO-Roboter der französischen Firma Aldebaran Robotics faszinieren ungemein. Kleine und grosse Kinder :-)

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Die Roboter können nicht nur Fussball spielen, sondern auch Geschichten erzählen und sogar tanzen! Ein Spielzeug ists leider trotzdem noch nicht, dafür sorgt der gesalzene Preis: Die Tänzertruppe im vorherigen Link kostet etwa soviel wie ein Haus an der Goldküste.

Zurück zum Fussball.

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Die Spiele waren mindestens so packend wie die am echten Worldcup:

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Und ich hab mal wieder festgestellt dass ich den Fokus meines Studiums genau richtig gewählt habe :-)

Im Final spielten übrigens Deutschland gegen Deutschland, und gewonnen hat: Deutschland. Ein kleines Trostpflaster also. Und in 40 Jahren vielleicht sogar ein grosses.

Durians

Es hat etwa einen Monat gedauert, bis ich rausgefunden habe was das vierte Verbotsschild in der Metro bedeutet. Durian ist die stachelige Frucht des Durianbaumes, deren Name sich aus dem malaiischen Wort “duri” – “Stachel”, ableitet. Sie wird oft als Stink- oder Käsefrucht bezeichnet.

Damit hätten wir auch den Grund für das Verbot. Die Früchte sind gemeingefährlich und Stinken zum Himmel, vor allem wenn sie nicht mehr ganz Frisch sind. Trotzdem sind sie in Singapur scheinbar sehr beliebt.

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Man braucht einen dicken Handschuh und ein grosses Messer um ans Fleisch zu gelangen. Dieses schmeckt dann viel besser als es riecht, aber die schleimige Konsistenz ist trotzdem gewöhnungsbedürftig…

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Ich werd Durian Zückerli mitbringen für alle die probieren wollen!

Marina Bay Sands

Das mit Sicherheit beeindruckendste Gebäude Singapurs ist bereits jetzt der noch im Bau befindliche “Marina Bay Sands” Komplex. Ein gigantischer Resort mit Hotel, Kasino, Shoppingcenter, Theater, Kongresszentrum, und allem erdenklichen Luxus. Unter anderem der “Skypark”, ein Park in 200 Metern Höhe, und der darauf befindliche, 150 meter lange “Infinity-Swimmingpool”.

Diese Bilder sind noch vom Januar, als ich grad angekommen war und das ganze Gelände noch eine riesige Baustelle war.

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Und heute, 6 Monate später, steht der ganze Komplex praktisch fertig da. Die drei Türme sowie der Skypark wurden vor rund zwei Wochen eröffnet, und sind einfach ein grossartiger Blickfang.

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Papa Staat

Die Regierung und ihre mächtigen Organisationen hätscheln und erziehen in Singapur ihre Einwohner wo es nur geht. Das wirkt mitunter bizarr und man kommt sich vor wie ein kleines Kind. Muss ich wirklich in der Metro von einem Plakat lernen, dass ich nicht in der Nase bohren soll?

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Und die National Environment Agency schickt mir per SMS ungefragt Nachrichten, um mich daran zu erinnern dass ich nicht auf die Strasse spucken und meinen Abfall nicht rumliegen lassen soll, und bedroht mich vorsichtshalber mal mit horrenden Bussen.

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Tante Wirtschaft

Die Arbeitsbedingungen, vor allem für die schlechter bezahlten Jobs und die billigen Arbeitskräfte aus dem Ausland, sind in Singapur ziemlich hart. Dazu, und gerade deshalb, werden die Kinder schon sehr früh auf Leistung gedrillt. Dieser Forumsbeitrag, geschrieben von einem Kind (auf http://dadsforlife.sg/ , die Seite hat mein Mitbewohner erstellt, deshalb bin ich da drübergestolpert), soll eigentlich ein Lobgesang auf den besten Papa der Welt sein, aber man muss nicht zwischen den Zeilen lesen können um die traurige Botschaft zu verstehen: Zuerst Job, dann Familie.

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Und obwohl der Staat seine Einwohner hätschelt und verwöhnt, sind diese undankbaren Gören, vor allem ein Teil der jüngsten Generation, irgendwie nicht so ganz zufrieden mit ihrem sicheren und wohlbehüteten Leben oder den vielen Vorschriften und Einschränkungen. Und so kommt es dass viele junge Arbeitskräfte auswandern und ihr Glück in Europa oder sonstwo suchen. Und die meisten von Ihnen kommen nicht mehr zurück.

Ein Zitat von einem Blog, das Bände spricht:

But I want to live in Amsterdam or you know. A big fucking European city that stinks of sewers choke full of beer piss and coke after the weekend with strip clubs and big museums and 24/7 clubbing and crazy people on the street. Etc.

Deshalb braucht Singapur weiterhin Arbeitskräfte aus dem Ausland, sowohl billige als auch gut gebildete. Aber diese (oder zumindest alle die ich kennen gelernt habe) haben auch nicht vor, den Rest ihres Lebens hier zu verbringen, und schon gar nicht ihre Kinder hier gross zu ziehen. Ein Teufelskreis.

Gefühlte Temperatur: Wohlig

10. Juli 2010

 

Ich würde mal sagen, es ist ein guter Moment um zurück zu kommen. Gefühlte 35 Grad sowohl in der Schweiz als auch in Singapur :-)

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Suit Up!

10. Juli 2010

Ein kleines Gschenkli an mich selbst, zum Abschluss meiner Masterarbeit oder vielmehr zum Abschluss der unendlichen Geschichte namens ETH-Studium:

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Ein feiner massgeschneiderter Anzug. Sehr gschäftig oder? Schliesslich muss ich mich schon bald ganz seriös um seriöse Jobs bewerben und muss mich immer ganz erwachsen und seriös verhalten…

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Jack, Master Tailor von Silk of the Orient (hat mir als Referenz ein genausolches Bild gezeigt, das ihn angeblich mit Bill Clinton zeigt ;-) ) – Ein umtriebiger Typ, der Preis steigt und fällt dauern während man mit ihm spricht, je nachdem wie fest man sich grad interessiert.

Alles in allem hab ich aber glaubs ein Schnäppchen gemacht. Er hat mir einen weiteren Anzug versprochen wenn ich ihn anderen Leuten empfehle, aber nur wenn ich ihnen meinen Deal nicht verrate, damit er mehr verlangen kann ;-)

Expedition

10. Juli 2010

Vor zwei Wochen hatte ich die Gelegenheit, bei einer Reihe von Versuchen im Hafen von Singapur dabei zu sein, bei denen wir mit unserem Radar neue Messungen für hunderte weitere Stunden im grauen Labor gemacht haben. War sehr interessant, mal die andere, dreckige Industrielle Seite von Singapur zu sehen. Als Tourist wird man davon zuverlässig ferngehalten.

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Eines unserer Schiffe wird zu Wasser gebracht:
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Schon um 6 Uhr morgens gings los, raus aus dem Hafen, an den dicken Schiffen vorbei:

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Käpt’n Samuel:

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Sachen gibt’s: Eine Bohrinsel auf einem Schiff aufgebockt:

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Die werten Kollegen Akshay und John und meine Wenigkeit, schwer am forschen. Mit diesen beiden Chaoten hab ich die meiste Zeit gearbeitet.

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Die Brücke unseres “Mutterschiffes”, ein von der Marine geliehener “Rapid Passenger Lander”, mit dem man auch Panzer in der Normandie (oder Indonesien) absetzen könnte.

Das blau-weisse runde Ding auf dem Dach ist unser Radar den ich mit Sackmesser und Jungschi-Skills hochseetauglich angeschnürt habe.

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Tankerparkplatz. Solche geankerten Schiffe bilden die wichtigsten Orientierungspunkte für meinen Algorithmus, der daraus seine eigene Position rausfinden soll.
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Die Hardware: wie gesagt, Chaoten. Aber es hat alles funktioniert. GPS, Gyroskop, Radar, ein Sensor namens AIS (zum Austausch von Koordinaten mit anderen Schiffen), viel Klebeband, und ein Computer um alle Daten aufzunehmen, das ganze gespeist von zwei Autobatterien.

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Beeindruckend: Ein Endloser Dschungel von Hafenkranen erstreckt sich beinahe die ganze Küste entlang.
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An einer dicken Boje haben wir festgemacht, um auf die nachfolgenden Schiffe zu warten, während sich langsam ein Sauwetter zusammenbraute.
 

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Eines der kleineren Schiffe: Kenki 19IMG_0805
Weitere Teams machten Messungen mit diesen kleinen Kayaks und darauf befestigten Sensoren. Die Elektronik in den beiden gelben Schifflein hier kostet etwa soviel wie eine Eigentumswohnung…
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Das Sauwetter ist da:

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Unser wetterfester Professor lässt sich davon nicht aus seiner britischen Ruhe bringen.

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Erst als sein Laptop zu ertrinken droht, gesellte er uns zu uns in die Kabine zum Zeitvertrödeln. Der Kapitän (im Schneidersitz auf seinem Kartentisch), hat uns im Schach grausam besiegt. Vermutlich verbringt er öfters mal einen Regentag so…

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Als der Regen vorbei ist, kann der Spass mit den ferngesteuerten Kayaks beginnen:

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Singapur hat ja in den letzten Monaten seine eigene kleine Ölpest gehabt, als zwei Schiffe im Hafen kollidierten. Vielleicht zeugen diese Spuren im Wasser noch davon, auf jeden Fall aber kann einem die Lust aufs Baden so vergehen:

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Rush Hour: Schiffe in allen Farben und Formen und Grössen…

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Unser “Mutterschiff” von aussen:

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Auch das ist Singapur: Palmeninseln und Raffineriewäldchen:

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Chili Crab

05. Juli 2010

Eine der berühmtesten Spezialitäten der Singapurischen Küche: In einer dicken würzigen Chilisauce gekochte Krabbe.

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Das stand schon fast von Anfang an auf meiner ToDo-Liste für Singapur, die ich jetzt am ‘abarbeiten’ bin… Mjam.

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Die üblichen Verdächtigen: Gonzague, Julien, Samuel (ich), Julie (meine Mitbewohnerin), Aminata, Viet

Nur noch eine Woche…

Es ist vollbracht.

26. Juni 2010

Gestern hab ich meine Masterarbeit abgegeben :-)


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Hong Kong

23. Juni 2010

Zum ersten mal bin ich letztes Wochenende mit vier Leuten gemeinsam verreist, mit denen ich hier die meiste Zeit verbringe. Alle arbeiten an der NTU als Austauschstudis oder Vollzeit, und so sehen wir uns mehr oder weniger jeden Tag.

IMG_0244 Viet, Aminata, Gonzague, Julien und klein Samuel

Hong Kong hat uns nach dreieinhalb Stunden Billigflug etwa genauso begrüsst wie ich es mir vorgestellt hatte. Ein riesiges lautes buntes Chaos, tausende Menschen auf der Strasse, leuchtende blinkende chinesische Schriftzeichen überall. Auf einer Fläche etwa so gross wie der Thurgau (ist einfach ein toller Vergleich) leben sieben Millionen Menschen, soviel wie in der ganzen Schweiz. Im Vergleich zu Singapur fällt vor allem auf, dass alles ein bisschen weniger steril ist, die Leute sind offener, freundlicher und der Kulturmix scheint noch viel stärker.

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Eines der ganz grossen Highlights wenn auch nicht unbedingt im positiven Sinne war unser Hotel. Es liegt in den scheinbar legendären Chunking Mansions:

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Der Komplex besteht aus fünf Teilgebäuden die unübersichtlich aneinander gebaut sind und zusammen eine bizarre Art eigene kleine Stadt bilden. Im Inneren befinden sich zahlreiche billigste Hotels, Einkaufspassagen, Wohnungen, Restaurants, dubiose Wechselstuben und so weiter. Alles sieht aus, als wäre es im laufe der Zeit so gewachsen, und nicht Teil eines grossen ganzen.

Ein paar Auszüge aus der Wikipedia:

“Noch vor den meisten Bauten des „modernen“ Hongkong errichtet, gilt es inzwischen aber als hoffnungslos veraltet und baufällig. Derzeit leben ca. 4.000 Menschen hauptsächlich aus Indien, Pakistan, Nepal und aus afrikanischen Ländern sehr beengt in den größtenteils überaus verwohnten Räumlichkeiten der Chungking Mansions.”

“Da die meisten aktuellen Brandschutzverordnungen missachtet werden und das hygienische Umfeld mehr als bedenklich ist (mit den daraus resultierenden Folgen wie zum Beispiel Ungezieferbefall), wurden wiederholt Stimmen laut, die den Abriss des riesigen Komplexes forderten.”

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Der Ausblick aus dem Hotelzimmer, in einen der Zahlreichen Innenhöfe. Man beachte die Person mit dem Regenschirm: Der Regen stammt nicht vom Himmel, sondern von den hunderten Klimaanlagen die Kondenswasser (Schweiss?) nach draussen befördern.

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Eines unserer Hotelzimmer: Geschätzte 8 Quadratmeter für zwei Betten. Ein zusätzlicher Quadratmeter für Dusche und WC. Bettwäsche, Badetuch und Hotelschlarpen in verschiedenen Farben und Formen. Und ein Gestank der es mit einem gewissen Hotel in Cannes aufnehmen kann…

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Einer der Eingänge zu den Mansions. Man beachte die professionell ausgeführten elektrischen Installationen.

Der Film “Chunking Express” spielt zu einem grossen Teil in den Chunking Mansions, und fand seinen Weg auch in den Westen, dank eines gewissen Quentin Tarantino, der den Film in den USA vertreiben und bewerben liess.

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Trotz dem Genörgel, die Atmosphäre hatte auch was faszinierendes. Und das Hotel war billig. Und extrem zentral. Und wir waren ja eh nur zum schlafen in den stinkigen Kämmerchen.

Beginnen wir mit unserem Sightseeing Trip. Als unverbesserliches Landei war ich natürlich vor allem von den Hochhäusern fasziniert. Da Hong Kong zu einem grossen Teil aus unbebaubaren Hügeln besteht, wird da wo man kann einfach in die Höhe gebaut. Und zusätzlich wird ständig dem Meer neues Land abgerungen. Das hier ist so eine Siedlung auf einem frisch aufgeschütteten Landstück.

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Keine Baumaschinenausstellung, sondern eine Baustelle:

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Mit der historisch anmutenden “Star Ferry” von unserem Stadtteil “Kowloon” über den Hong Kong River zum eigentlichen Stadtzentrum, der Hong Kong Island getuckert:

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Genauso wie die Fähre, ein unverkennbares Stück Kolonialgeschichte: Die zweistöckigen Hong Kong Trams, auch “Ding Ding” genannt :-)

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Danach mit der längsten Rolltreppe der Welt eine halbe Stunde lang mitten durch die Stadt bergaufwärts gefahren. Eine gratis Sightseeing Tour durchs Soho-Quartier, wo sich eine einzigartige Atmosphäre ergibt durch den bunten Mix aus alten und neuen Gebäuden, kleinen Parks, vielen netten Bars und Restaurants, und das ganze wie an den steilen Hügel drangeklebt. Zürcher Rennvelo-Freitagtaschen-Langstrassen-Szenis würden sich wie zu Hause fühlen.

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Am ende der Rolltreppe angekommen, beschlossen wir, den Rest des Berges Hügels  auch noch zu erklimmen. Teils mit viel, teils mit etwas weniger Motivation.

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Die Aussicht war grandios, wenn auch von der Luftverschmutzung etwas getrübt… Der Smog habe aber auch sein gutes, sorge er doch für spektakuläre Sonnenauf- und Untergänge, haben wir uns sagen lassen. Aha.

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Den Abend haben wir uns mit Fussball schauen und Biertrinken vertrieben. Schlimm wenn man nichts besseres mehr mit sich anzufangen weiss.

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Am nächsten Tag zog es uns schon wieder Stadtauswärts, auf die Insel Lantau, wo eine Gondelbahn von der Küste bis auf Ah-Täm-Beraubende 528 Meter über Meer zum Ngong Ping Plateau und dem dortigen Kloster samt Riesenbuddha führt.

Beim raufgondeln bietet sich einem eine grandiose Aussicht auf den neuen Flughafen Hongkong Chek Lap Kok. Von mir aus hätte die Bahn da ruhig mal ein paar Stunden stehen bleiben können.

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Die Gondelbahn an sich ist für die Asiaten ja schon eine Attraktion, mich hat es aber eher fasziniert dass irgendjemand offenbar eine alte Gondel aus Grindelwald gekauft, um die halbe Welt transportiert, besonders kreativ bemalt und auf diesen Hügel gebracht hat.

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Auf dem Plateau gab es zwar weniger Smog, dafür mehr Nebel. Die Stimmung im und um das Kloster war aber umso faszinierender:

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Achja und hier noch ein klassisches Beispiel für das neu erwachte chinesische Umweltbewusstsein. Das Touristendörfchen auf dem Hügel wird mit hunderten Plastikfahnen als das erste Null-Plastiksack-Dorf von Hong Kong beworben, weil es in den (dutzenden) Souvenirshops da oben nur Papiersäcke gibt um die billigen Plastiksouvenirs abzutransportieren. Soweit so gut.

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Gleichzeitig wird von den Insassen jeder Gondel, die unten losfährt, ein Foto geschossen mit extraviel Smile und Peace drauf, an der Bergstation sofort auf Hochglanzpapier gedruckt und den ankommenden Touris für umgerechnet 25 Stutz zum Kauf angeboten. Was mit den tausenden Bildern jeden Tag geschieht, die niemand kaufen will, interessiert niemanden…

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Den Rest des Tages verbrachten wir mit dem Abgrasen der verschiedenen, teils skurrilen Märkte. Das hier ist der Goldfish-Market: Eine ganze Strasse voller Läden die Aquarien und Zubehör und natürlich Goldfische in Plastiksäcken verkaufen.

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Weil gewisse Leute sich dermassen von den (friedfertigen und sehr anständigen) Kakerlaken in unserem Hotelzimmer fürchteten dass sie nicht mehr dort schlafen wollten, beschlossen wir irgendwann als es sowieso schon langsam wieder früh wurde, das mit dem Schlaf auf den Rückflug zu verschieben.

Die Stimmung am nächsten Morgen wird von diesem Bild ziemlich gut aufgefangen:

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Und nach drei Stunden erholsamen Schlafes im Tiger-Economy-Sitz (in Asiaten-Ausführung) kam ich am Montagnachmittag grad noch rechtzeitig zum Treffen mit meinem Professor.

The End.

P.S. Was sonst noch so geschah:

Wann immer ich in Hong Kong bin statte ich auch meinem persönlichen Schneider einen Besuch ab. Für einen neuen Anzug reichte die Zeit diesmal aber nicht, nur für ein Foto.

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Gut zu wissen: Wie schreibt man Kantonsstrasse auf Chinesisch?

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Trautes Heim, Glück allein:

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Mein neues Zuhause II

19. Juni 2010

Schon seit fast drei Wochen habe ich ein neues Zuhause, und bin bisher noch nicht dazu gekommen das hier zu verkünden. Ich hoffe ich habe nicht hunderte von Postkarten an meine alte Adresse gekriegt :-)

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Ich habe was neues gebraucht weil mein Vormieter in der letzten Wohnung wieder aus China zurückkommt und seine Matratze beansprucht, und auch ein wenig weil ich die Situation mit dem geteilten Zimmer nicht mehr besonders angenehm fand. Ich befinde mich jetzt im Endspurt meiner Masterarbeit und da können schlaflose Nächte wegen nachtaktiven Mitbewohnern oder schnarchenden Zimmergenossen auf die Nerven gehen…

Meine neue Bleibe war ein ziemlicher Glückstreffer, ich wohne jetzt bei einer Engländerin die hier arbeitet, und um etwas zusätzliches Geld für die Ferien zusammenzukriegen manchmal ihr ungenutztes Zimmer untervermietet. Endlich wieder ein ganzes Zimmer für mich, was für ein Luxus! Apropos Luxus:

Die Wohnung liegt in einem grossen Komplex der sich selbst als “exquisite paradise home spa resort theme condominium” bezeichnet. Und so sieht’s auch ungefähr aus, die Umgebung erinnert mehr an ein Hotel als an ein Wohnblock:

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Jammerschade dass ich im Moment vor lauter Arbeit kaum Zeit habe, das zu geniessen…

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Die leicht beklemmenden Wohnsilos rund um den Pool werden auf der Website natürlich nicht gezeigt ;-)

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Und so sieht’s in der Wohnung drin aus:

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Hier noch meine neue Adresse für alle Fälle:

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